Jürgen Meier

Konzentriert trainieren

Pilates für eine bessere Haltung und Konstitution

Was ist Pilates?

Pilates ist ein systematisches Ganzkörpertraining für körperliche Fitness, das sich an den Bedürfnissen und Erfordernissen des einzelnen Menschen orientiert. Als Joseph Pilates das Trainingsprogramm vor über 100 Jahren entwickelte, verfolgte er das Ziel, eine gute Konstitution und Haltung für jedermann erreichbar zu machen – und nicht nur, wie damals üblich, für Sportler. Pilates kann auf der Matte oder an speziell entwickelten Geräten trainiert werden – immer aber geht es darum, seine Muskulatur vor allem im Beckenbodenbereich und unteren Rücken zu entwickeln und sie besser steuern zu lernen.

Wie wirkt Pilates?

Pilates trainiert vor allem die motorischen Grundeigenschaften wie Kraft, Beweglichkeit, Koordination, Schnelligkeit und Ausdauer. Schwerpunktmäßig verbessert das Training die Muskelaktivität im Körperzentrum: Beckenboden, autochthonen Rückenmuskulatur und Transversus Abdominis. Eine kräftige und bewegliche Körpermitte ist - besonders für Menschen mit Rückenschmerzen - entscheidend für die Leistungsfähigkeit des gesamten Körpers.

Wir trainieren mit Pilatesmethoden, die ohne destruktive Kräfte wirken und den Heilungsprozess beschleunigen. Das Besondere am Pilatestraining ist, dass der Körper dabei seine eigenen Schutzmechanismen aktivieren kann: Durch die Konzentration auf die Körpermitte (Rumpf-Kontrolle) und die präzise Ausführung der Bewegungen entwickelt der Trainierende ein Bewusstsein für die Möglichkeiten des eigenen Körpers. Eine der Pilates-Grundlagen ist zum Beispiel dass die Beanspruchung für eine Extremität (Arme, Beine) die man trainieren möchte, immer nur so hoch sein darf, dass der Rumpf die Bewegung noch gut unterstützen kann. Wir nutzen Pilates in der Physiotherapie daher mit großem Erfolg bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Rumpf bzw. Extremitäten-Bereich, um mit dem Patienten eine neue Bewegungskultur einzuüben.