Jürgen Meier

Den Lebensatem erspüren

Craniosacrale Osteopathie

Was ist Craniosacrale Osteopathie?

Die Craniosacrale Osteopathie ist eine sanfte, nicht-invasive Therapie. Ihrer Wirkung liegt der craniosacrale Rhythmus zugrunde – der Lebensatem, der in den Geweben und Flüssigkeiten - insbesondere in der Gehirnflüssigkeit (Liquor oder Cerebrospinalflüssigkeit) - und im ganzen Körper wirkt.

Gegründet wurde die craniosacrale Behandlungsform zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Dr. W.G. Sutherland auf Basis der Osteopathie und von Dr. A. Still (Craniale Osteopathie). Mit dem Sutherland-Modell entwickelte Franklyn Sills die Craniosacrale Biodynamik und gestaltete sie zu einer umfassenden professionellen Ausbildung, die heutzutage international gelehrt wird.

Wie wirkt die Craniosacrale Osteopathie?

Eine der wichtigsten Grundhaltungen in der Craniosacralen Osteopathie ist die Ganzheitlichkeit des menschlichen Organismus. Als Therapeuten behandeln wir hier immer den Menschen - nicht sein Problem, zum Beispiel den Nierenstein. Aus anderen Systemen heraus ist uns diese Haltung eigentlich alltäglich bekannt: „Wir nehmen nicht das Öllämpchen aus dem Auto heraus, wenn es warnt, sondern schauen nach dem Öl (Dahlke)". Da die Craniosacrale Osteopathie sehr sanft ist, kann sie auf allen Altersstufen vom Neugeborenen bis zum Greis angewandt werden.

Durch leichte Berührungen an Körper, Kreuzbein und Schädel sammelt der Therapeut Informationen über den körperlichen Zustand des Patienten. Nach dem Arndt-Schulz-Gesetz aktivieren schwache Stimuli, starke Stimuli hemmen hingegen und verursachen eine „physiologische Sperre“. Deswegen verwenden wir in der craniosacralen Osteopathie vorwiegend schwache Stimuli. Zunächst folgen wir mit der verwendeten Technik der Richtung, in die sich die Blockierung leicht verschieben lässt (indirekte Technik), dann erst lösen wir die Restriktion auf. Auch dieses Beispiel kennt man aus dem Alltag: Will man die geballte Faust eines Übungspartners auseinanderziehen, so vergrößert sich der Widerstand (direkte Technik). Drückt man hingegen die Faust erst nach innen zusammen, so verringert sich der Widerstand (indirekte Technik), und die Finger lassen sich aus der Faust herausziehen.

Mit dieser Art von indirekten Techniken können wir auf fasziale Bewegungseinschränkungen an Körper und Schädel einwirken, den Energiefluss verbessern, die Vitalität erhöhen und somit die Selbstheilungskräfte aktivieren.

Was genau ist der Craniosacrale Rhythmus?

Über 200 Studien belegen, dass eine Bewegung der Schädelknochen physiologisch ist und eine Verknöcherung der Schädelnähte Ursache von vielerlei Beschwerden sein kann. In der Craniosacralen Osteopathie gehen wir davon aus, dass der rhythmische Fluss des Gehirnwassers im Gehirn bis hinunter ins Rückenmark (Duralschlauch) für das Wohlbefinden des Menschen von großer Bedeutung ist. Dieser Gehirnwasserfluss pulsiert normalerweise in einem Rhythmus von 6 bis 12 Zyklen pro Minute vom Schädel (Cranio) bis zum Kreuzbein (Sacrum). Man spricht auch von Lebensatem-Rhythmus. Dabei werden die empfindlichen Nervenstrukturen versorgt und geschützt. Harmonisch bewegt werden so auch die einzelnen Knochen vom Schädel bis zum Kreuzbein. Entsteht eine Störung des Gehirnwasserflusses, so kann dies eine Vielzahl von Beschwerden verursachen.

Der Herzrhythmus beträgt normalerweise 60 bis 80 Schläge, der Atemrhythmus 15 bis 20 Atemzüge, der Craniosacrale Rhythmus 5 bis 12 Zyklen pro Minute. Er ist homöostatisch – das heißt er verändert sich auch bei körperlicher Aktivität nicht.

Die Aufgabe des Craniosacral-Therapeuten ist es, Blockierungen dieses rhythmischen Flusses zu erspüren (Palpation) und die Blockierungen im Rahme der Behandlung durch spezielle, sehr sanfte Drucktechniken aufzulösen. Dadurch können die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und eine tiefgreifende Heilung eingeleitet werden.

Diese Therapeuten behandeln Sie gerne: